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verschwoerer
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Ist Afghanistan ein sicheres Herkunftsland?

Immer wieder äußern sich einige deutsche Politiker dazu, dass Afghanistan ein sicheres Herkunftsland sei, damit sie eine Rechtfertigung haben, wenn sie afghanische Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückschicken.
Diese Äußerungen sind realitätsfern und entsprechen somit nicht der Wirklichkeit.

Afghanistan ist nach wie vor eines der Länder, dass am meisten von Anschlägen betroffen ist. Allein an diesem Dienstag sind weitere 27 Menschen gestorben, als es zu neuen gewalttätigen Konflikten zwischen den Sicherheitskräften und den Taliban kam. Die Anzahl der Verletzten ist mindestens doppelt so hoch wie die der Todesopfer.

Afghanistan zählt zu den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge. Immer wieder betont die afghanische Regierung, dass sich die Situation nicht verbessert hat, aber die Bundesregierung möchte diese Tatsache nicht wahrhaben. Vor allem fehlt es der Regierung in Kabul auch an den Mitteln, um zurückgeschobene Flüchtlinge zu versorgen. Somit gibt es praktisch kaum eine staatliche Unterstützung für die Geflüchteten, die zurückgeschickt werden. Gerade Einzelpersonen ohne ein soziales Umfeld sind dann komplett auf sich allein gestellt.

In Deutschland sind afghanische Flüchtlinge ständig Diskreditierungen ausgesetzt. Dieses Bild wird bewusst von der Politik in der Öffentlichkeit vermittelt. Dadurch erzeugt man eine Bewertungsskala für Flüchtlinge. Es entstehen Diskussionen, welche alle Flüchtlinge in verschiedene Kategorien einordnen. Diese Einordnungen sind mit Zahlen und Fakten nicht haltbar.

Afghanische Asylsuchende haben die längsten Wartezeiten in den Asylverfahren. Bei den monatelangen Wartezeiten bleibt ihnen jegliche gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland verwehrt. Selbst ein Integrationskurs ist nicht besuchbar.

Die UNO erwähnt immer wieder in ihren Jahresberichten, dass Afghanistan kein sicheres Herkunftsland sei. Zwischen Anfang 2009 bis Ende 2015 gab es 58.736 zivile Opfer zu beklagen, darunter 21.323 Todesopfer. Ebenfalls erwähnt die UNO, dass besonders Frauen und Kinder immer häufiger Opfer von Attacken werden. Bildungseinrichtungen und Krankenhäuser werden auch öfters zum Schauplatz für gewalttätige Konflikte. Die NATO hält weiterhin an ihren geostrategischen Zielen in Afghanistan fest und diese Besatzung führt immer wieder dazu, dass Zivilisten sich radikalisieren lassen. Die Regierung in Kabul wird von vielen Afghanen nicht anerkannt und gilt in deren Augen, als eine installierte Regierung vom Westen.

Diese Konflikte werden nicht aufhören, solange imperialistische Staaten militärisch in Afghanistan intervenieren und somit immer wieder einen Nährboden für blutige Auseinandersetzungen bieten.

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Schweinderl