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verschwoerer
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Ohne männlichen Begleitschutz dürften sich europäische Frauen eigentlich nicht mehr vor die Haustüren wagen. An allen Straßenecken lauern sie, von Merkel und ihren Lakaien massenhaft ins Land gelockt, mit nichts anderem im Sinn, als die „Töchter Europas“ zu vergewaltigen, zu morden, zu schänden: sie, die brandschatzenden Horden von Flüchtlingen.

Dieses Bild zumindest zeichnen Frauen der rechten „Widerstandsinitiative“ #120 Dezibel in ihrem Werbevideo auf Facebook. Bedeutungsschwanger und mit gesenkten Stimmen fabulieren sie von Frauen als den „Opfern“ der Flüchtlingspolitik, Klassik unterstreicht die Dramatik ihres Anliegens, die Blicke anklagend, der Lidstrich perfekt gezogen.

„Ihr habt uns preisgegeben, ihr habt uns geopfert“, fantasieren sie sich düster in die Rolle der Schutzbedürftigen. „Ihr“, das sind all jene, die ihre Klamotten nicht beim Modelabel der Identitären Bewegung bestellen. „Ihr“, das sind die Teddybärwerfer, die schwarz-rot-grün-versifften Politiker und all die Gutmenschen, die am liebsten jede arische Jungfrau gegen zehn syrische Familien eintauschen würden. „Ihr“, das sind natürlich auch diejenigen, die jede Vergewaltigte (Menschenopfer) im Zuge der geplanten „Umvolkung“ (Identitäre Bewegung) als Kollateralschaden in Kauf nehmen.

Denn, so lernen wir von #120db, es existiert die Bedrohung der Frau erst seit dem verstärkten Zuzug von Flüchtlingen. Rutscht einem Biodeutschen die Hand aus oder kann er dem genetischen Alphabet folgend den Sexualtrieb nicht seinem Zielobjekt entreißen, sollte man ihn zu den Ausnahmen zählen, die etwa 2015 mehr als 104 000 Frauen misshandelten. Doch natürlich ist es besser für die Volksgesundheit, wenn der Vergewaltigungsakt rein deutsch, zumindest aber europäisch bleibt.

Deshalb wird “#120db,… (als) der wahre Aufschrei für die wahre Bedrohung der Frauen in Europa“ verstanden, wahrer als dieses Metoo-Gekeife linker Emanzen, das es auf den weißen Mann und somit das Fundament patriarchalen Staatsgefüges abgesehen hat. Eine „Tochter Europas“ hingegen hält zu ihrem Kameraden, der seine Prinzessinn auf Händen trägt, ihr seine rechte Welt erklärt – und eine schicke Webseite einrichtet, auf der sie mit ihren Freundinnen ein bisschen Widerstand spielen und der Identitären (Macker-)Bewegung zuarbeiten kann.

Sellner sieht in Durchmischung das Problem

Deren Chefstratege Martin Sellner hat mit seinem Verein die völkische Durchmischung als das Kernproblem ausgedeutet und quatscht auf Youtube mit der #120 db-Aktivistin Franziska. Die spricht von Wut nach „Kandel“, um dann „Pfefferspray und Taschenalarm“ in die „Damenbinden“-Abteilung einer Drogerie zu lügen, ganz so, als sei die Aufrüstung Teil ihres Hygieneshoppings.

Franziska macht alles richtig, doch Sellner, der die 120 db-Seite angeblich nur als Kavaliersakt auf seinen Namen angemeldet hat (dabei passt die zu seiner eigenen Umvolkungsparanoia), wünscht sich sehnlich ein „Identitäres patriotisches Femen“. Welch‘ ein Träumchen, lauter nackte weibliche Brüste für die Sache und anfassen darf nur einer sie ganz alleine.

Verstehen kann er den Vorwurf nicht, dass #120 db „Frauenthemen für politische Sachen“ missbrauche. Was versteht er nicht? Das ist doch das Geschäft seiner IB: Katastrophenszenarien zu zeichnen, um seinen Hipster-Verein dem völkischen Einheitsbrei näherzubringen.





http://www.fr.de/politik/meinung/kolumnen/120db-frauenbewegte-rechtsextreme-a-1467394


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Schweinderl